Digitale Prozesse als Schlüssel zur sicheren Onkologie

Rückblick auf den Deutschen Krebskongress (18.–21. Februar, CityCube Berlin)

Der 37. Deutsche Krebskongress hat erneut gezeigt, dass digitale Lösungen in der Onkologie und Hämatologie längst Teil der Versorgungsrealität sind.

Im fachlichen Austausch wurde deutlich, dass angesichts steigender Patientenzahlen, zunehmender Therapiedichte und wachsender Komplexität systemischer Behandlungen standardisierte, interoperable und durchgängig digitale Prozesse weiter an Bedeutung gewinnen.

Digitale Strukturen für mehr Sicherheit

Im Zentrum zahlreicher Fachgespräche standen folgende Themen:

– Standardisierte und qualitätsgesicherte Therapieprotokolle,
– Digitales Chemotherapie-Management,
– Closed-Loop-Medikationsprozesse,
– Interoperable Dokumentationslösungen,
– Elektronische Freigabeprozesse zwischen Verordnung und Herstellung.

Ein gemeinsamer Nenner dieser Diskussionen war die Frage, wie sich komplexe onkologische Therapien strukturiert, transparent und sicher in den klinischen Alltag integrieren lassen, ohne das ärztliche und pflegerische Personal zusätzlich zu belasten.

ChemoCompile: Digitale Umsetzung des „Blauen Buches“

ChemoCompile präsentierte sich auf dem Kongress als digitale Lösung, mit der sich die validierten Therapieprotokolle des „Blauen Buches“ strukturiert und anwenderorientiert in digitale Versorgungsprozesse überführen lassen.

Plausibilitätsprüfungen, strukturierte Dokumentation und eine konsistente Weitergabe der Informationen an nachgelagerte Prozesse gewährleisten Prozess- und Patientensicherheit.

Sichere Schnittstellen zur Herstellung

Ein zentrales Thema auf dem Kongress war die sichere Schnittstelle zwischen Verordnung und Zytostatika-Herstellung, beispielsweise mit den Produkten Cypro, Steribase, Cato oder Zenzy.

Digitale Lösungen können hier insbesondere durch folgende Punkte unterstützen:

– elektronische Herstellfreigaben,
– vollständige Übermittlung aller Therapieparameter,
– transparente Nachverfolgbarkeit im Herstellungsprozess und
– dokumentierte Freigabeprozesse.

Die Reduzierung von Medienbrüchen und manuellen Zwischenschritten trägt wesentlich dazu bei, Rückfragen und potenzielle Übertragungsfehler zu minimieren, und erhöht die Herstellungs- und Patientensicherheit signifikant.

Closed-Loop-Medikationsprozesse mit Scannerunterstützung

Ein besonderes Interesse der Besucher und Besucherinnen galt geschlossenen Medikationskreisläufen („Closed Loop“).

Ein typischer, digital unterstützter Ablauf umfasst folgende Schritte:

– Patientenidentifikation per Barcode-Scan,
– Abgleich von Patient, Therapieprotokoll und vorgesehenem Arzneimittel,
– Medikamenten- und Chargenscan via Barcode,
– Echtzeit-Dokumentation der Applikation.

Gerade in Einrichtungen mit rotierenden Pflegeteams oder hoher Arbeitsdichte schafft eine solche strukturierte Prozessführung zusätzliche Sicherheit, erhöht die Transparenz und reduziert Stress im Arbeitsalltag.

Gemeinsame digitale Therapieprotokollplattform

Als zukunftsorientierten Ansatz wurde die Entwicklung einer gemeinsamen digitalen Therapieprotokollplattform in Zusammenarbeit mit den pharmazeutischen Unternehmen Regeneron, Johnson & Johnson, Gilead Oncology und AstraZeneca vorgestellt. Ziel ist es, innovative Therapieprotokolle strukturiert, qualitätsgesichert und digital integrierbar bereitzustellen.

Kooperation als Erfolgsfaktor

Der Kongress zeigte zudem: Nachhaltige Digitalisierung gelingt nur in enger Zusammenarbeit. Ein besonderer Dank gilt unseren Standpartnern:

Fazit:

Digitale Protokollstandards, sichere Schnittstellen und Closed-Loop-Prozesse sind keine Zusatzoptionen mehr, sondern zentrale Bausteine einer modernen onkologischen Versorgung. Der Kongress hat dies klar unterstrichen. Eine digitale Struktur schafft Sicherheit – für Behandelnde wie für Patientinnen und Patienten.